Bronchitis

Was ist Bronchitis?

Bronchitis bezeichnet eine Entzündung der Bronchien, also der großen und mittelgroßen Atemwege in der Lunge. Sie führt zu einer Schwellung der Bronchialschleimhaut, vermehrter Schleimproduktion und oft zu Husten. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen akuter Bronchitis, die meist nach einer Infektion auftritt und innerhalb von wenigen Wochen abklingt, und chronischer Bronchitis, die über mindestens drei Monate pro Jahr über zwei Jahre besteht und häufig auf Rauchen oder langanhaltende Reizstoffexposition zurückgeht.

Bronchitis ist eine der häufigsten Atemwegserkrankungen weltweit. Während die akute Form häufig bei Kindern und Erwachsenen im Zusammenhang mit Erkältungen auftritt, betrifft die chronische Variante vor allem Raucher und Menschen, die berufsbedingt Schadstoffen ausgesetzt sind.


Ursachen und Risikofaktoren

Die akute Bronchitis wird überwiegend durch virale Infektionen ausgelöst. Typische Viren sind Influenza-, Parainfluenza-, Rhinoviren oder Adenoviren. Seltener sind bakterielle Infektionen, etwa durch Streptokokken oder Haemophilus influenzae, die besonders bei Risikogruppen relevant werden.

Chronische Bronchitis entsteht meist durch dauerhafte Reizung der Bronchien, häufig durch Rauchen. Andere Faktoren sind Luftverschmutzung, Staub, Chemikalien oder berufliche Schadstoffe. Eine genetische Veranlagung oder geschwächtes Immunsystem kann das Risiko ebenfalls erhöhen.

Zu den Risikofaktoren gehören:

  • Rauchen oder Passivrauchen
  • Häufige Infekte der Atemwege
  • Berufliche Belastung durch Staub oder chemische Dämpfe
  • Geschwächtes Immunsystem
  • Alter, da die Abwehrmechanismen der Atemwege mit den Jahren nachlassen

Symptome

Die Symptome der Bronchitis hängen stark von der Form ab.

Akute Bronchitis äußert sich meist nach einem grippalen Infekt:

  • Trockener Husten, der nach ein bis zwei Tagen in produktiven Husten mit Schleim übergeht
  • Auswurf kann klar, gelblich oder grünlich sein
  • Hustenanfälle, besonders nachts oder morgens
  • Leichtes Fieber, Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen
  • Atemnot bei starker Schleimbildung

Chronische Bronchitis zeigt sich häufig durch:

  • Dauerhaften Husten mit Auswurf über Monate
  • Regelmäßige Verschlechterungen bei Infekten
  • Atemnot, insbesondere bei körperlicher Belastung
  • Häufige Infektexazerbationen

Begleitend können Kehlkopf- oder Brustschmerzen, Heiserkeit und allgemeine Müdigkeit auftreten. Bei chronischer Bronchitis kann langfristig eine COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) entstehen, die die Lungenfunktion dauerhaft einschränkt.


Untersuchungen und Diagnose

Die Diagnose wird meist durch klinische Untersuchung und Anamnese gestellt.

  • Körperliche Untersuchung: Abhören der Lunge mit Stethoskop, um Rasselgeräusche oder Pfeifen zu erkennen
  • Anamnese: Dauer des Hustens, Auswurf, Vorerkrankungen, Raucherstatus und berufliche Exposition
  • Laboruntersuchungen: Blutwerte können Entzündungen anzeigen, insbesondere bei bakterieller Infektion
  • Röntgenaufnahme der Lunge: Meist nur bei Verdacht auf Pneumonie oder bei chronischer Erkrankung
  • Lungenfunktionstests: Wichtig bei chronischer Bronchitis, um eine Obstruktion der Atemwege auszuschließen
  • Sputumuntersuchung: Bei länger anhaltendem Husten, um Bakterien oder andere Erreger nachzuweisen

Eine genaue Diagnose ist entscheidend, um zwischen akuter Infektionsbronchitis, chronischer Bronchitis und anderen Lungenerkrankungen wie Asthma oder Lungenentzündung zu unterscheiden.


Behandlung

Die Therapie der Bronchitis richtet sich nach Form und Ursache.

Akute Bronchitis:

  • Meist selbstlimitierend, Behandlung erfolgt symptomatisch
  • Hustenlöser oder Schleimlöser (Expektoranzien) zur Unterstützung der Schleimabgabe
  • Schmerz- und fiebersenkende Mittel bei Bedarf
  • Viel Flüssigkeit, Schonung und Raumluftbefeuchtung
  • Bei bakterieller Ursache: Antibiotika, jedoch nur in ausgewählten Fällen

Chronische Bronchitis:

  • Rauchstopp ist die wichtigste Maßnahme zur Stabilisierung
  • Langfristige Inhalationstherapien mit Bronchodilatatoren oder Kortikosteroiden bei Atemnot
  • Regelmäßige Atemphysiotherapie zur Schleimlösung und Verbesserung der Lungenfunktion
  • Bei Exazerbationen kann kurzzeitig Antibiotika oder Prednisolon notwendig sein
  • Impfschutz gegen Influenza und Pneumokokken empfohlen

Begleitend sind Ernährung, Bewegung und ausreichend Flüssigkeit wichtig, um das Immunsystem zu stärken und die Schleimhäute feucht zu halten.


Krankheitsverlauf und Prognose

Akute Bronchitis heilt in der Regel innerhalb von ein bis drei Wochen ab, auch wenn Husten und Auswurf noch länger bestehen können. Komplikationen sind selten, können aber bei vorgeschädigten Lungen oder geschwächtem Immunsystem auftreten.

Chronische Bronchitis verläuft oft über Jahre und kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Wiederholte Infekte führen zu Exazerbationen, die eine Verschlechterung der Lungenfunktion begünstigen. Bei frühzeitigem Rauchstopp und konsequenter Behandlung kann die Progression verlangsamt und die Lebensqualität verbessert werden. Unbehandelt kann chronische Bronchitis zur COPD führen, die irreversible Schäden verursacht.


Vorbeugung

Vorbeugende Maßnahmen richten sich vor allem auf Rauchvermeidung, Hygiene und Stärkung des Immunsystems:

  • Nicht rauchen und Passivrauchen vermeiden
  • Regelmäßiges Händewaschen und Abstand zu Erkrankten
  • Gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung zur Immunstärkung
  • Vermeidung von Schadstoffexpositionen am Arbeitsplatz
  • Schutzimpfungen gegen Grippe und Pneumokokken
  • Bei chronischer Bronchitis: Regelmäßige Lungenfunktionskontrolle